| Unbekannte Hacker sollen über Wochen hinweg vertrauliche E-Mails hochrangiger australischer Regierungsmitglieder gelesen haben. Die Spur führt nach China. Es ist ein Cyberangriff mit Peinlichkeitspotential: Unbekannte Hacker haben offenbar in großem Ausmaße E-Mail-Korrespondenzen von australischen Regierungsmitgliedern lesen können - doch den Hinweis auf den Cyberangriff erhielt Australien von US-Sicherheitsbehörden. Wie die australische Zeitung Daily Telegraph berichtet, verschafften sich die unbekannten Hacker Zugang auf die Computer von mindestens zehn Ministern. Darunter sind die Geräte des Verteidigungsministers Stephen Smith, des Außenministers Kevin Rudd und auch der Computer von Premierministerin Julia Gillard. Seit Februar sollen mehrere tausend E-Mails gelesen worden sein. Allerdings zielten die Attacken nicht auf Ministeriumsrechner, sondern auf Computer des Parlaments, dessen Abgeordnete die Minister zugleich sind. Die Regierungsmitglieder nutzen diese Computer seltener, heißt es in dem Bericht. Brisant ist allerdings, dass die australische Regierung offenbar chinesische Sicherheitsbehörden verdächtigt, hinter dem Angriff zu stecken. Dies berichtet der Daily Telegraph unter Hinweis auf vier hochrangige Regierungsquellen. Offiziell hat sich die australische Regierung zu dem Bericht bislang nicht geäußert. Cyberspionage im Militärprogramm - Der Hackerangriff ist nicht der erste, der in diesem Jahr auf Regierungen oder hohe Behörden eines Landes erfolgt ist. Anfang des Jahres hatte das französische Finanzministerium auf 150 seiner Rechner Schadsoftware festgestellt, die auch Dokumente kopiert haben soll. Das kanadische Wirtschaftsministerium musste im Januar seine Server abschalten, nachdem Hacker Zugriff auf Geheimdokumente erlangt hatten. Auch die kanadischen Behörden verdächtigten China. Berichten zufolge soll Peking Cyberspionage bereits vor Jahren in sein Militärprogramm integriert haben und in diesem Bereich besonders aktiv sein. Die chinesische Regierung dementiert stets, in Hacker-Attacken involviert zu sein. Quelle: sueddeutsche.de |
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