| Experte: In Österreich herrsche zu wenig Gefahrenbewusstsein Im Umgang mit digital gespeicherten Daten fehlt es österreichischen Unternehmern an Gefahrenbewusstsein und Verantwortungsgefühl für Kundeninformationen, sind sich IT-Sicherheitsexperten einig. Das zeige auch der Angriff auf den Webserver der GIS (Gebühren Info Service) Mitte Juli, bei dem 214.000 Datensätze gestohlen wurden. Die GIS habe hier „mit Sicherheit fahrlässig gehandelt“, glaubt Martin Prager, Sprecher der IT-Security Experts Group von der Wirtschafskammer (WKÖ). Wenig Sicherheitsbewusstsein - Derzeit fielen in heimischen Unternehmen Investitionen in den Sicherheitsschutz „verschwindend gering“ aus, meinte Gerald Kortschak, Geschäftsführer der Informationssicherheitsfirma sevian7 IT development, im Gespräch mit der APA. Vor allem Klein- und Mittelbetriebe (KMU) würden oft erst nach einem Angriff investieren. Laut Josef Pichlmayr, Geschäftsführer von Ikarus Security Software, wäre „viel gewonnen, wenn man das, was man tun könnte, auch tut“. Dazu gehört laut Prager in erster Linie die Einhaltung von „Grundprinzipien der Datensicherheit“. Es sei sicherzustellen, dass Daten Unbefugten nicht zugänglich gemacht und nicht kopiert werden können. Dabei sei es egal, ob diese im virtuellen Netzwerk („Cloud“) oder auf dem Computer gespeichert sind. Großteil der Delikte bleibt unbemerkt - Trotz unternehmerischen Leichtsinns liege die Schuld aber nie beim Angriffsopfer, betonte Prager. „Datendiebstahl ist kriminell, egal aus welchem Motiv heraus.“ Anders als bei gesellschaftspolitisch motivierten Angriffen, wo Hacker - wie im Falle der „Anonymous“-Attacke auf die Web-Seiten der GIS, der FPÖ und der SPÖ - selbst auf den erfolgten Coup hinweisen, falle der Großteil der virtuellen Überfälle gar nicht erst auf. „Du wirst einen erfolgreichen Hack, der wirtschaftlich motiviert war, nie merken“, so Pichlmayr. Schuld daran sei auch mangelndes technisches Know-how. Schon alleine deshalb liegt die Anzahl der Hackerangriffe auf österreichische Unternehmen im Dunkeln. „Seriöse Zahlen gibt es nicht“, so Prager. Die einzige Stelle, an die sich Betroffene wenden könnten, sei die Polizei, bei der Anzeige zu erstatten wäre. Davor würden die meisten aber zurückschrecken, sagte Prager. Das Offenlegen von Angriffen werde in Österreich „immer noch mit einem Gesichtsverlust gleichgesetzt“, meinte Kortschak. Quelle: futurezone.at
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