| Vor zwei Jahren stahlen Unbekannte mehrere Tausend persönliche Daten. Erst gestern informierte die Partei. Ein Datenleck bei der Bundes-CDU sorgt für Unmut bei den Christdemokraten im Norden. Wie erst gestern bekannt wurde, waren unbekannte Hacker bereits im August 2009 in eine Datenbank der Bundes-CDU eingedrungen und hatten 5800 Datensätze von Parteimitgliedern gestohlen, darunter E-Mail-Adressen, Namen und CDU-Mitgliedsnummern. Etliche Unions-Mitglieder aus Schleswig-Holstein fanden gestern Vormittag in ihren E-Mail-Postfächern ein Schreiben der Union-Betriebs-GmbH aus Rheinbach (Nordrhein-Westfalen), die die Internetseiten der CDU betreut. In dem Schreiben, das den LN vorliegt, heißt es unter anderem: „Heute müssen wir Sie darüber informieren, dass im August 2009 ein Hacker-Angriff auf unseren Web-Server stattgefunden hat. Wie sich jetzt heraus gestellt hat, ist es den kriminellen Hackern bei diesem Angriff gelungen, Daten über Ihre Person zu erlangen.“ Diese Daten seien am 12. August 2011 im Internet veröffentlicht worden, heißt es weiter. „Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich das gelesen habe“, sagt Malte Steckmeister, Vorsitzender der CDU-Delingsdorf (Kreis Stormarn). Viele Mitglieder, die dasselbe Anschreiben bekommen haben, hätten sich bei ihm informiert, was denn da los sei. „Es ist absolut unverständlich, warum wir erst zwei Jahre später erfahren, dass Daten gestohlen wurden.“ Die Union-Betriebs-GmbH (UBG) wollte sich gegenüber den LN nicht zu dem Vorfall äußern, verwies an die Bundesgeschäftsstelle der CDU. Die ist sich keiner Schuld bewusst: „Wir hatten Kenntnis von einem Hacker-Angriff im August 2009, nicht jedoch davon, dass dabei auch personenbezogene Daten entwendet wurden“, so Parteisprecher Philipp Wachholz. Er schätzt den Schaden als gering ein: „Persönliche Anschriften sind nicht gestohlen worden“, so Wachholz. Mittlerweile sei die Sicherheitslücke, die den Angriff ermöglicht habe, geschlossen worden. „Wir haben bisher noch keine Kenntnis darüber, wie viele Parteimitglieder aus dem Land betroffen sind“, so Daniel Günther, Geschäftsführer der CDU in Schleswig-Holstein. Die UBG habe aber zugesichert, der Landesgeschäftsstelle in Kiel die Namen der Betroffenen mitzuteilen. Als „sehr unangenehm“ bezeichnete Michael von Abercron, Sprecher für Datenschutz in der CDU-Landtagsfraktion, den Vorfall. „Die Bundes-CDU ist in der Verantwortung, sich mit den neuesten Methoden gegen Daten-Diebstahl zu wappnen“, so von Abercron. Die CDU hat mittlerweile Anzeige gegen Unbekannt gestellt. Auch die Datenschutzbehörde in Berlin wurde informiert. Quelle: In-online.de |
Neue Artikel
- NEWS Sichere Dropbox
- NEWS Informationsverpflichtung bei Datenmissbrauch
- NEWS Neue Hacker-Gruppe "The Unknowns" - Erste Angriffe auf die NASA und ESA
- NEWS Tausende Twitter-Passwörter im Netz veröffentlicht
- NEWS Vorratsdaten: Liste der speicherpflichtigen Betreiber
- NEWS Computer-Sicherheit: Grazer entwickelt neuen Standard
- NEWS Hochsicherheit: Kapsch bunkert Daten im Berg
- NEWS Mac Hacker verdienen 10.000 US-Dollar am Tag
ESCOP empfehlen
Verwandte Beitraege
|
NEWS Hacker-Angriff auf die CDU: Ärger bei den Mitgliedern
|

