| Es ist eine hinterlistige neue Masche: EC-Kartendaten werden nicht mehr am Geldautomaten, sondern an Supermarktkassen gestohlen. (...) Die Methode ist neu und jetzt erstmals in Schleswig-Holstein aufgefallen: Beim Einkaufen werden die Daten der EC-Karte von Kriminellen ausgelesen und kopiert. (...) Die Täter hatten zwei Kassen-Terminals eines Edeka-Marktes in Lübeck manipuliert - unbemerkt. Von Kunden, die dort mit EC-Karte bezahlten, wurden Kartendaten und PIN-Nummer vom Magnetstreifen kopiert. "Über einen längeren Zeitraum", sagt Stefan Jung, Sprecher des Landeskriminalamts (LKA). "Am vergangenen Wochenende brachen die Täter in den Markt ein, holten die beiden Terminals ab." Die ausgespähten Daten wurden offenbar sofort nach Amerika und Mexico geschickt. Dort fertigten Komplizen Kartendubletten an, hoben an Geldautomaten Bargeld ab. Stefan Jung: "Von Montag an meldeten sich immer mehr Supermarktkunden, die auf ihren Kontoauszügen nicht nachvollziehbare Abbuchungen feststellten." Rat: Aufs Siegel achten - Worauf müssen Kunden achten? "Viele Kassen-Terminals sind mit einem Siegel zwischen Ober- und Unterschale geschützt. Ist es gebrochen, sollte nicht mit Karte gezahlt werden", rät Jung. Der Fall in Lübeck reiht sich ein in eine Serie von Datendiebstählen an Kassen. Der Grund: Viele Banken haben mittlerweile ihre Geldautomaten ausgetauscht, setzen Geräte ein, die den Einbau von "Skimming"-Technik erschweren. Die Täter weichen aus. So hatte eine Gruppe im August zwei EC-Terminals eines Baumarkts in Hannover manipuliert. In 140 Fällen wurde in Amerika Geld abgehoben. Offenbar waren die Daten per SMS an ein Handy oder per Funk an einen Laptop übertragen worden, denn die Terminals wurden nicht wie in Lübeck "abgeholt", Ermittler konnten sie sicherstellen. Ob die Geräte in einem unbemerkten Moment komplett ausgetauscht worden waren oder die Manipulation vor Ort vorgenommen wurde, halten die Beamten geheim. EC-Terminals ab Werk manipuliert - Die Betrüger sind international organisiert. So wurden in China EC-Terminals ab Werk manipuliert. Ein Extra-Chip sendete Kundendaten per Mobilfunk an eine Nummer im pakistanischen Lahore. Die Geräte konnten identifiziert werden, da sie 100 Gramm mehr wogen. Quelle: shz.de |
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