Seite 1 von 2 Derzeit überschlagen sich in Österreich die Ereignisse in Sachen Daten(un)sicherheit: 600.000 Datensätze von Versicherten der Tiroler Gebietskrankenkasse, 25.000 Datensätze von Polizisten, 214.000 Datensätze von GIS-Gebührenzahlern: Die jüngsten Veröffentlichungen sensibler Daten durch die Hackergruppe Anonymous haben die Lecks in Österreichs Datenbanken brutal aufgedeckt. Es stellt sich immer mehr die Frage, ob die heimischen Datenverwalter die Sicherheit unserer Daten überhaupt noch im Griff haben. Binnen drei Tagen veröffentlichte der heimische Anonymous-Ableger AnonAustria rund 25.000 Datensätze der österreichischen Polizei und gab bekannt, über 600.000 Datensätze von Versicherten der Tiroler Gebietskrankenkasse erbeutet zu haben. Die beiden Fälle reihen sich nahtlos in die Liste von Hacker-Angriffen ein, die in Österreich im Juli ihren Anfang genommen hatte. Neben gehackten Homepages bei SPÖ, FPÖ und auch den Grünen sorgte vor allem die Veröffentlichung von insgesamt 214.000 Datensätzen der GIS Mitte Juli für Aufregung. Anonymous publizierte damals einen "kleinen Auszug" privater Adressen inklusive Geburtsdaten von ORF-Gebührenzahlern aus den Reihen der Polizei und des Innenministeriums. Auch am Mittwochabend veröffentlichte Anonymous Austria via Twitter wieder neue Daten. "Wie man zufällig über Datenleaks stolpert", hieß es in einem Statement. Betroffen dürften diesmal alte Datensätze von Ministerien, eine Umfrage der Stadt Wien oder auch das Strahlenregister sein. Man finde solche Daten "durch eine einfache Suche bei Google". Aktuelle Diskussion geht am Problem vorbei - Nach wie vor unklar ist dennoch, wie das Hackerkollektiv an die hochbrisanten Datensätze gelangt. Eigenen Angaben zufolge sollen ihnen - wie im Fall der Tiroler Gebietskrankenkasse - die Daten zugänglich gemacht worden sein, was auf eine mögliche Lücke bei den Behörden schließen lässt. Ob die Hacker nun per Diebstahl oder Zufall ("Stolpern") an die Daten kommen, bleibt aber letztlich zweitrangig. Trotzdem geht es in der aktuellen Diskussion nach wie vor weniger darum, das Problem in der Datensicherheit zu beheben, als den Überbringer der "schlechten Nachricht" - also Anonymous - zu bestrafen. Man könne zwar nicht gutheißen, was die Hacker machen, andererseits machten sie mit ihren Aktionen auf Lücken in Österreichs Datensystemen aufmerksam, so Hans Zeger von der ARGE Daten , der Österreichischen Gesellschaft für Datenschutz. "Wir müssen nicht Anonymous finden, sondern diese Lücken schließen." |
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