| Nortel wurde über Jahre hinweg von Chinesen ausgespäht. Angriff lange verschwiegen Nach dem Diebstahl von Passwörtern gab es beim kanadischen Telekom-Ausrüster kaum noch Geheimnisse Auch deutsche Firmen müssen mit vergleichbaren Angriffen rechnen. Bitkom fordert anonymes Berichtsystem. Mutmaßliche chinesische Hacker haben über viele Jahre praktisch uneingeschränkten Zugang zum Computersystem des Telekom-Ausrüsters Nortel gehabt. Dank sieben gestohlener Passwörter von Top-Managern habe es für die Eindringlinge vom Jahr 2000 an bei Nortel kaum Geheimnisse gegeben, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eine interne Untersuchung. Noch als Nortel 2009 Pleite ging, sei der Datenabfluss weitergelaufen. Die Angreifer hätten "Zugang zu allem gehabt", sagte Brian Shields, der Manager, der seinerzeit als Sicherheitsbeauftragter die Untersuchung bei Nortel geleitet hatte. Über die Jahre seien Massen an technischer Dokumentation, Entwicklungsberichten, Geschäftsplänen und E-Mails heruntergeladen worden. "Sie hatten jede Menge Zeit", sagte Shields. "Sie mussten sich nur aussuchen, was sie haben wollten." Unter den sieben Passwörtern sei auch das des damaligen Konzernchefs gewesen. Die Angreifer seien nie identifiziert worden, aber sie scheinen aus China gearbeitet zu haben, hieß es. Die Spionage-Software sei so tief in den Computern einiger Mitarbeiter versteckt gewesen, dass es Jahre gedauert habe, bis dem Unternehmen das Ausmaß bewusst geworden sei. Der Einbruch wurde laut dem Untersuchungsbericht erst 2004 entdeckt, als Fragen aufkamen, weil ein ranghoher Manager einen für ihn ungewöhnlichen Satz an Dokumenten heruntergeladen zu haben schien. Als dieser davon selbst überrascht war, wurde klar, dass etwas nicht stimmt. Danach wurden Computer bemerkt, die immer wieder Daten an Internet-Adressen in Shanghai verschickten. Dem Bericht zufolge unternahm Nortel zunächst so gut wie nichts, um den Abfluss der Informationen zu stoppen, außer die sieben Passwörter zu ändern. Der langjährige Nortel-Chef Mike Zafirovski sagte der Zeitung, das Thema sei lange nicht ernst genommen worden. Nortel war 2009 Pleite gegangen, auch als Folge der damaligen Finanzkrise. Der kanadische Netzwerk-Gigant wurde zerschlagen und die Firmenteile von diversen Rivalen aufgekauft. Der pikante der Teil der Geschichte ist, dass Nortel laut Shields vor Beginn des Ausverkaufs weder die Eindringlinge gestoppt noch den Interessenten wie Avaya, Ericsson oder Ciena etwas von dem Problem erzählt habe. Die Käufer haben vermutlich das Hacker-Datenleck gleich mit gekauft. (...) Quelle: welt.de |
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