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hackerWer ist ein «Hacker»?

In der sogenannten «Jargon File», einer Sammlung zur Hackerkultur, trägt ihr Betreuer Eric S. Raymond einige Merkmale von Hackern zusammen. Demnach genießen sie es, programmierbare Systeme zu ergründen und ihre Einsatzmöglichkeiten zu erweitern. Natürlich ist der Hacker auch jemand, der leidenschaftlich gern programmiert und dabei eher praktisch vorgeht denn theoretisch.

 

Wie sehen sich Hacker selbst?

In den Medien ist der Begriff oft negativ besetzt, Hacker selbst allerdings sehen sich nicht als Internetkriminelle. Vielmehr wollen sie zur Lösung von Problemen beitragen. Die Experten vom Chaos Computer Club (CCC), der größten Hackervereinigung Europas, betrachten sich selbst als «Vermittler im Spannungsfeld technischer und sozialer Entwicklungen». Dabei werden sie als Berater für die Politik tätig oder arbeiten mit Unternehmen zusammen, um Sicherheitslücken aufzuzeigen - jeder Hack schließt ein Leck. Auch die Europäische Union setzt mittlerweile auf die Computer-Experten: Im Test «Cyber Europe 2010» simuliert die EU einen Hackerangriff auf ihre Internetinfrastruktur.

Was wollen Hacker?

Die sogenannte Hackerethik gibt eine Wertevorstellung der Szene. Darin wird unter anderem gefordert, dass der «Zugang zu Computern und allem, was einem zeigen kann, wie diese Welt funktioniert» unbegrenzt und vollständig sein sollte. Auch müssten alle Informationen frei sein. Der CCC ergänzte die Hackerethik in den 1980er Jahren um zwei weitere Punkte: «Mülle nicht in den Daten anderer Leute» und «Öffentliche Daten nützen, private Daten schützen». Hintergrund: Die Vereinigung empfand die Eingriffe in die Systeme fremder Betreiber als kontraproduktiv.

Wie wird man ein Hacker?

Dafür haben wir natürlich hier keine Anleitung. Ganz einfach dürfte es wohl aber nicht gehen und schnell schon gar nicht. Einen Eindruck gibt der CCC: Ein paar Jahre sollte jeder potenzielle Hacker für seine Selbststudien einplanen. Wem das zu anstrengend sei, der könne Scriptkiddie werden - sozusagen die Kindergartenversion eines echten Hackers. Meist sind es Jugendliche ohne spezielle Fertigkeiten.

Hacken aus Spaß?

«Die Jugendlichen haben häufig gar keinen kriminellen Hintergrund und hacken eher aus Spaß», sagt Dierk Marckwardt, Leiter des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg. Das scheint eine Studie des IT-Sicherheitsdienstleisters Tufin Technologies zu belegen, für die 1000 Jugendliche aus New York zum Thema befragt wurden. Zwar fanden 75 Prozent der Befragten Hacken moralisch falsch, gleichzeitig geben jedoch 39 Prozent an, Hacken sei «cool». Die Scriptkiddies - das ist der Begriff für jene Jugendliche, die trotz mangelnder System- oder Programmierkenntnisse in fremde Computersysteme eindringen und erheblichen Schaden anrichten – nutzen Anleitungen und spezielle Software für ihre Angriffe.