| Sicherheitsexperten des Softwareherstellers G-Data müssen eigentlich an der Menschheit verzweifeln. Es vergeht kaum ein Tag, an dem Medien nicht über gestohlene Kundendaten oder Hacker berichten. Fast jede dieser Nachrichten warnt vor den Gefahren der Internetkriminalität und gibt Tipps, wie man sich vor Bedrohungen schützen kann. Den Nutzern scheint indes die Lernfähigkeit abhanden gekommen zu sein. Denn nach wie vor halten sich hartnäckig Halbwahrheiten und Irrtümer über die wahren Gefahren des Internets und die Methoden der Cyberkriminellen.
Ein weiterer Irrtum: Ein PC kann nicht befallen werden, wenn man nur Internetseiten besucht. Die Hälfte der von G-Data befragten Personen ist dieser Meinung und damit auf dem Holzweg. Denn mit Schadcode präparierte Webseiten laden auf den PC des Besuchers unbemerkt Programme, die dann beispielsweise Daten ausspähen. Diese Art der Schadcodeinfizierung ist heute die gängigste Methode. Über Links, die in sozialen Netzwerken schnell verbreitet werden, erreichen Hacker ihr Ziel. Vorsicht ist daher geboten, wenn spektakuläre Nachrichten oder vermeintliche Gewinne gepostet werden, die einen weiterführenden Link tragen. Viele Sicherheitsprogramme bieten mittlerweile einen URL-Check an, der Nutzer vor gefährlichen Seiten warnt, bevor sie diese laden. Irrtum drei: Die meisten Computerschädlinge werden per E-Mail verbreitet. Hier muss man zwischen Mail-Anhang und Mail unterscheiden. Viren in Mailanhängen werden heute von Hackern nur noch sehr selten benutzt. Dennoch glaubt mehr als die Hälfte der Internetnutzer, dass Computerschädlinge primär als E-Mail-Anhänge versendet werden. Gefährlich ist indes das eigentliche Textfeld einer Mail, denn hier locken Hacker auf eine präparierte Webseite, indem sie in der Mail einen Link platzieren, der direkt auf die infizierte Seite führt. Auch hier sollten Nutzer äußerst vorsichtig sein, wenn die Betreffzeile der Mail sensationell aufgemacht und in der Mail selbst mit lukrativen Angeboten gelockt wird. Quelle: business-panorama.de |
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Eine der falschen Einschätzungen lautet: Eine Verseuchung des Computers mit Schadcode ist für den Nutzer erkennbar. Schön wäre dies schon, doch diese Meinung galt vielleicht noch vor zehn Jahren, heute aber nicht mehr. Früher gab es so etwas wie Hacker-Stolz: Der Urheber eines Schadprogramms wollte sich zu erkennen geben, um dem Nutzer eines infizierten Computers und der Welt mitzuteilen, wie genial er die Sicherheitssysteme ausgehebelt hatte. Heute geht es den Hackern um bares Geld. Sie agieren daher im Verborgenen, weil sie beispielsweise Bankdaten abgreifen wollen, um möglichst lange und unbemerkt das Konto eines arglosen Nutzers abzuräumen. Acht von zehn Deutschen glauben laut einer G-Data-Studie an die Sichtbarkeit einer Computerinfektion.