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NEWS HTML5 mit zahlreichen Neuerungen: TREND MICRO warnt vor Missbrauch für Botnetze

Einfachheit und Wirksamkeit der möglichen neuen Angriffsmethode sei erstaunlich

Die Webseiten-Beschreibungssprache HTML5 wird wohl mit zahlreichen Neuerungen aufwarten, auf die Entwickler und Administratoren schon lange gewartet haben. Laut TREND MICRO gibt es indes eine „Kehrseite der Medaille“, denn HTML5 biete auch Cyber-Kriminellen völlig neue Möglichkeiten. Eine nicht zu unterschätzende Bedrohung, die mit HTML5 entstehe, seien „Botnetze im Browser“. TREND MICRO hat nach eigenen Angaben das Infektionsszenario durchgespielt und analysiert, für welche Zwecke Online-Gangster diesen neuen Angriffsweg missbrauchen könnten.

Angreifer seien mit HTML5 in der Lage, ein Botnetz zu erzeugen, das auf jedem Betriebssystem und auf jedem Gerät funktioniere, warnt TREND MICRO. Es laufe vorwiegend im Hauptspeicher und berühre daher die Festplatte kaum. Dies mache es für Antivirenprogramme, die mit Signaturdateien arbeiten, schwierig, das Botnetz zu erkennen. Da der bösartige Code als „JavaScript“ implementiert sei, das sich technisch gesehen mit wenig Mühe verschleiern lasse, täten sich auch solche Sicherheitslösungen schwer, die auf das Erkennen von Einbruchsversuchen in Netzwerken spezialisiert sind. Zu nennen seien hier die sogenannten „Intrusion-Detection-Systeme“ (IDS), die mit Signaturen arbeiten. Zudem könne der bösartige Code wegen seiner Einbettung im Browser auch die meisten Firewalls mühelos passieren.

Einmal erfolgreich in das System eines Anwenders eingedrungen, stehe den Online-Kriminellen ein ganzes Waffenarsenal zur Verfügung:

- DDoS-Attacken: Tausende von Anfragen könnten ohne Wissen des Nutzers an eine Ziel-Website geschickt und diese dadurch lahmgelegt werden.

- Spamming: Unzureichend gesicherte Kontaktseiten von Websites ließen sich zur Erzeugung von Spam-Nachrichten missbrauchen.

- Bitcoin-Generierung: Die infizierten Rechner ließen sich als Generatoren zur Berechnung von Bitcoins, der beliebtesten Währung des cyber-kriminellen Untergrunds, zweckentfremden.

- Phishing: Mittels „Tabnabbing“ könne das Botnetz Registerkarten („Tabs“) im Browser des Anwenders kapern und ihr Aussehen beliebig gestalten. Dadurch sei es möglich, dem ahnungslosen Anwender jedes Mal, wenn er auf die infizierte Registerkarte klickt, eine Eingabeaufforderung zu einem von ihm genutzten Webdienst vorzutäuschen. Gibt er seine Zugangsdaten ein, fielen seine Webdienst-Konten in die Hände der Kriminellen.

- Netzspionage: Das Botnetz sei in der Lage, im Netzwerk des Opfers nach Sicherheitslücken zu forschen und die Ports zu scannen.

- Netzwerke als Proxy: Mit dem Botnetz könnten die Kriminellen im Cyber-Untergrund Angriffswege verschleiern und Attacken über die infizierten Netzwerke leiten; der Ursprung der Angriffe sei dadurch kaum noch auszumachen.

- Verbreitung: Die Cyber-Kriminellen könnten in das Botnetz zusätzlich eine Wurmkomponente einfügen, die sich dann auf angreifbaren Websites verbreite.

Experten von TREND MICRO gehen davon aus, dass diese doch bemerkenswerten Möglichkeiten für Angreifer bald häufiger eingesetzt werden, vor allem bei gezielten Attacken. Herkömmliche Sicherheitsmaßnahmen gegen Malware könnten diese neuen Angriffsvektoren nicht abwehren, doch gebe es zwei kostenlose Tools, die einen sehr guten Schutz böten:

- „NoScript“: Das unter Fachleuten bereits gut bekannte Browser-Plug-In schränkt die Funktionsweise von „JavaScript“ und anderen Plug-Ins auf nicht vertrauenswürdigen Seiten ein.

- BrowserGuard:TREND MICROs eigenes Tool umfasse eine Reihe von Funktionen, um webbasierte Angriffe abzuwehren. Dazu gehören unter anderem fortschrittliche heuristische Techniken

Quelle: datensicherheit.de